CAD-Projekt mit der 07 B

 

CAD-Kompetenzzentrum in der Landesberufsschule für Zahntechnik in Neumünster –
neueste Technik jetzt auch in der schulischen Ausbildung!

Nach der Einrichtung des CAD-Raumes, der Ende 2009 in Zusammenarbeit mit der Fa. Michael Flussfisch GmbH, Hamburg, und 3shape A/S, Kopenhagen, und mit finanzieller Unterstützung der Zahntechniker-Innung Hamburg und Schleswig-Holstein eingeweiht wurde, konnte der Klassenlehrer, Herr Schmidt, Ende März 2010 mit der Klasse 07 B des dritten Ausbildungsjahres im Rahmen des Lernfelds 11 das erste Projekt durchführen.

An den 7 + 1 neuen PC-Arbeitsplätzen, die mit dem ZENOTEC-System (Scanner D700 und aktuelle DentalDesigner-Software von 3shape) ausgestattet sind, wurde an zwei Tagen jede Klassenhälfte mit Unterstützung der beiden Beraterinnen der Fa. Flussfisch, ZTin Claudia Bobuescu und ZTin Simone Ketelaar (eine ehemalige Schülerin der Landesberufsschule) intensiv – aber trotzdem in lockerer und entspannter Atmosphäre – in die neue Technologie eingeführt.
Nach einer allgemeinen Darstellung des Prinzips CAD/CAM und Darstellung der fräs- bzw. sinterbaren Materialien, inkl. des Ausblicks auf das 3D-Drucken, konnten die Auszubildenden selbst aktiv werden.
Die 10 Schülerinnen und 8 Schüler der Klasse konnten ihre im ersten Ausbildungsjahr selbst hergestellten Sägeschnittmodelle und die Gegenbisse, auf denen sie in der praktischen Fachkunde bereits mit Sonde und Gusswachs auf herkömmliche Art eine dreigliedrige Keramikverblendbrücke modelliert hatten, ein­scannen und auf dem virtuellen Modell ein Brückengerüst konstruieren, das anatomisch vorgeformt wurde („anatomische Käppchen bzw. Zwischenglieder“).
Die Schüler waren erstaunt, wie detailreich die gescannten Stümpfe am Monitor dargestellt wurden, wie offensichtlich auch kleinste „Fehlstellen“ durch die mögliche Vergrößerung erkennbar waren und wie umfangreich und doch schlüssig bedienbar die Software war. Obwohl in immer mehr Dentallabors Scanner und z. T. sogar Fräsmaschinen stehen, hatte bisher noch kein Auszubildender mit dieser Art der Herstellung von Zahnersatz Kontakt. Trotzdem fiel es niemandem schwer (mit evtl. Hilfestellung) zu einem guten Ergebnis zu kommen. Dabei erwies sich die Installation eines Decken-Beamers, mit dem das Monitorbild des Lehrerplatzes ca. 4 m2 groß für alle Schüler gut sichtbar dargestellt wurde, als richtige Entscheidung, die den Lernprozess fördert. Alle am jeweiligen Tag konstruierten Brücken hätten so auch gefertigt und weiterverarbeitet werden können.

Da das Fräsen in Zirkonoxid bzw. das Lasersintern von Nichtedelmetalllegierung aller Brücken für die Landesberufsschule nicht finanzierbar wäre, wurde exemplarisch eine Brücke gefräst und eine andere gesintert, um im weiteren Technologieunterricht Vergleiche zur konventionellen Gusstechnik anstellen zu können. Die Fa. Flussfisch hat uns diese beiden Brücken freundlicherweise kostenlos gefertigt.

W.-E. Schmidt